Karlsruhes Haupteinkaufsstraße ist die Kaiserstraße, die in Ost-West-Richtung und in gerader Linie über eine Länge von etwa zwei Kilometern hinweg durch die Karlsruher Stadtteile Innenstadt-Ost und Innenstadt-West führt. Die Kaiserstraße verläuft vom Durlacher Tor im Nordosten hin zum Kaiserplatz in der Nähe des Karlsruher Schlosses bis zum Berliner Platz und dem Kronenplatz sowie dem Marktplatz und dem Europaplatz im Westen. Am Durlacher Tor verläuft die Kaiserstraße mit Blick auf den 88 Meter hohen neugotischen Turm der St. Bernhard Kirche. Danach knickt die Kaiserstraße leicht nach Süden ab. Als Durlacher Allee verläuft die Kaiserstraße hier weiter in Richtung Osten ins Zentrum des Stadtteils Durlach.

Etwas weiter westlich kreuzt bzw. schneidet die Kaiserstraße die Fächerstraße des einst strahlenförmig angelegten Bereichs hin zum Karlsruher Schloss mit Schlossgarten. Auf die zentrale Nord-Süd-Achse des Stadtgrundrisses trifft die Kaiserstraße am Marktplatz. Reine Fußgängerzone ist die Kaiserstraße zwischen der Douglasstraße bzw. am Europaplatz und der Fritz-Erler-Straße. Hier befindet sich eine hohe Konzentration an Einzelhandelsgeschäften. Das Zentrum, wo sich die meisten Einzelhandelsgeschäfte befinden und das Dienstleistungszentrum von Karlsruhe sich konzentriert, ist der westliche Bereich der Fußgängerzone zwischen dem Europaplatz und dem Marktplatz. Hier befinden sich auch mehrere größere Kaufhäuser sowie ein Einkaufszentrum.

Ihren Namen erhielt die Kaiserstraße am 21. Mai 1879. Anlass der Umbenennung der Straße war die Goldene Hochzeit von Kaiser Wilhelm I. mit Kaiserin Augusta. Zuvor hatte die Kaiserstraße wechselnde Namen wie “Lange Straße” bzw. “Lang Gass”. Existiert hatte diese Straße schon vor der Karlsruher Stadtgründung, die auf das Jahr 1715 datiert. Bis dahin wurde diese Straße als “Landstraße durch den Hardtwald” bezeichnet und verband die Städte Mühlburg und Durlach miteinander – beides heute Karlsruher Stadtteile. Die ersten Gebäude entlang der heutigen Kaiserstraße wurden um 1719 errichtet und war von Beginn an wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage bei Gewerbetreibenden sehr beliebt, die hie die ersten Geschäfte eröffneten im frühen 18. Jahrhundert. Die Gebäude aus dieser Zeit wurden durch die Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg nahezu völlig zerstört und später abgerissen. Nach 1947 erhielt die Kaiserstraße ihr heutiges Aussehen. Grundlage dafür war der Ideenwettbewerb Kaiserstraße, der offiziell ausgeschrieben wurde, um das Geschäftsleben in die Kaiserstraße zurückzuholen. Ab 1972 erfolgte der schrittweise Ausbau der Fußgängerzone in der Kaiserstraße. Das erste fertiggestellte Teilstück zwischen der Ritterstraße und der Herrenstraße wurde Anfang September 1974 eingeweiht. Die heutige Fußgängerzone zwischen dem Europaplatz und dem Marktplatz wurde 1984 fertiggestellt. Beim Wiederaufbau ab 1947 wurde darauf geachtet, dass für die Kaiserstraße vorgesehen wurde, dass die Anlieferungen für die Geschäfte Wirtschaftsstraßen im rückwärtigen Bereich der Gebäude angelegt wurden. Diese erfüllen bis heute ihren Zweck und halten den Lieferverkehr vom Durchgangsverkehr und ÖPNV durch die Kaiserstraße fern.

Komplett autofrei ist die Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Kronenplatz. Außer zu Fuß ist es möglich sich auf der Kaiserstraße in Stadtbahn und Straßenbahn zu bewegen. Die Kaiserstraße gilt als stark frequentierte Straßenbahn- und Stadtbahn-Strecke innerhalb von Karlsruhe. Auch Linien aus dem Karlsruher Umland kommen hier an. Derzeit laufen Bauarbeiten für eine Untertunnelung der Kaiserstraße. Ziel der Baumaßnahmen, die seit 2010 voranschreiten ist es den Schienenverkehr in der Kaiserstraße unter die Erde zu verlegen.

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cshow - Die Kaiserstraße